Blog #7: Meine Tattoos: welche Bedeutung haben sie und wie sind meine Erfahrungen damit?

23.05.2018

Bonjour und ♡-lich Willkommen zurück auf meinem Blog.

Da auf meinem Instagram-Account in der Story abgestimmt wurde, dass ich einmal einen Blog über meine Tattoos schreiben soll, dachte ich mir, ich mach das mal :)

Mein erstes Tattoo habe ich mir mit 21 Jahren stechen lassen, nachdem ich seitdem ich 15-16 Jahre alt war bereits eins gewünscht hatte. Meine Eltern bzw. meine ganze Familie sind Tattoo-Gegner, bei uns hat niemand Tattoos und somit waren sie sehr wenig begeistert, als ich mit dem Thema Tattoo angekommen bin. Da ich mir aber meiner Sache sicher war konnte mich nichts davon abbringen. (Gott sei Dank war ich alt genug um entscheiden zu können, welche Tattoos mir länger gefallen werden und nicht nur derzeit in Mode sind)

Das erste Tattoo habe ich mir somit von einem damaligen Bekannten stechen lassen, der ein eigenes Studio hatte. Ich war extrem nervös, da ich absolut keine Ahnung hatte ob bzw. wie sehr es weh tun würde - habe aber keine Sekunde daran gezweifelt, dass es mir irgendwann nicht mehr gefallen könnte. Habe von dem Tätowierer eine tolle Einführung bekommen und er war erstaunt, dass ich als erstes Tattoo so ein "großes" Motiv ausgesucht hatte. Zu den Schmerzen: es war aushaltbar. Beim ersten Tattoo ist man natürlich sehr positiv aufgeregt, somit übersieht man den Schmerz eigentlich auch. Man kann es ein bisschen damit vergleichen, als wenn man sich mit einem spitzen Gegenstand die Haut etwas "aufritzt" bzw. ganz oft auf die gleiche Stelle mit einer ganz kleinen Nadel einsticht - es ist ja eigentlich auch nichts anderes - viele kleine Stiche in die Haut. Das Tattoo hat etwa 20 - 30 Minuten (inkl. Ankleben der Vorlage etc.) gedauert. Er hat eine super feine Nadel für meinen Schriftzug genommen, genauso wie ich es mir gewünscht hatte. Seit diesem Zeitpunkt ziert ein "so perfekt" meinen linken inneren Unterarm. Welche Bedeutung hat dieses Tattoo für mich? Lange überlegt war dieses Tattoomotiv nicht, muss ich ehrlich zugeben. Es trifft allerdings nichts besser auf meine Lebenseinstellung zu als das. Eventuell kennt ihr das Lied von dem deutschsprachigen Rapper "Casper" ? Dann wisst ihr, worauf die Bedeutung dieses Tattoos bei mir rausläuft. Falls ihr es nicht kennt: es geht quasi darum, dass jeder Mensch so wie er ist "so perfekt" ist. Das alles irgendwann gut wird - ob man in der Schule gemobbt wird weil man zu dünn oder zu dick ist, zu groß oder zu klein... irgendwann wird alles gut. Die Message hinter meinen Tattoo versteht man leider wirklich nur, wenn man dieses Lied kennt oder wenn man mich danach fragt. Als Aussenstehender kam immer die Reaktion "Aha, so perfekt - findest du dich so toll?" So eine Aussage trifft man natürlich nur, wenn man mich nicht kennt, denn ansonsten weiß man, dass ich so etwas nicht über mich selber behaupten würde oder mit so einer Einstellung rumlaufe. Ich bin sicher nicht unzufrieden mit mir selbst, aber so gut finde ich mich nun auch nicht, dass ich mir "ich bin...so perfekt" tätowieren lassen würde.

Da mit diesem Tattoo natürlich die "Sucht" angefangen hat, habe ich mir dann 1,5 Jahre später das zweite und dritte Tattoo stechen lassen. Dieses habe ich mir (auch wieder sehr spontan) in Wien im Studio "Tattoowerk" machen lassen. Als ich rein ging und sagte was ich haben möchte, meinten sie, dass in 1 Stunde ein Termin frei wäre und wenn ich möchte könnte ich gleich drankommen. Habe dann schnell noch was gegessen damit ich nicht ohne etwas im Magen zugestochen werde und dann ging es schon los. Ich habe mir zu meinem "so perfekt" darunter mit einer - ich nenne es einmal "alte Schreibmaschinenschrift" - ein "unperfekt" dazu stechen lassen und dazu eine Feder wo am Ende kleine Vögel davonfliegen. (23 an der Zahl, die Glückszahl meines Partners, was kurioser Weise allerdings nur ein richtig merkwürdiger Zufall war, da auf der Vorlage mehr Vögel zu sehen waren und ich einfach einen Teil abgeschnitten habe)

Warum jetzt unperfekt? In einem Lied - ebenfalls von dem Rapper Casper - kommt ein Satz vor der heißt "wir sind so perfekt unperfekt" - die Message hinter dem Tattoo ist die selbe wie vorher: jeder ist gut so wie er ist, wir sind alle PERFEKT so wie wir sind - perfekt unperfekt also. Jetzt versteht es auch niemand mehr falsch - wobei mir die Meinung von Außenstehenden zum Thema Tattoo relativ egal ist, da es für einen selbst eine Bedeutung haben muss. Das ist bis heute für mich noch am Wichtigsten: MIR muss es gefallen und für MICH muss es eine Bedeutung haben. Ob das für andere nachvollziehbar oder schön ist, ist mir in diesem Fall wirklich egal. Die Feder mit den wegfliegenden Vögeln habe ich nur gewählt, da ich sie vom Motiv her schön finde - dieses Motiv hat also keine größere Bedeutung von wegen "ich bin frei" blabla - das hab ich nur, weil es mir gefällt - und das ist auch gut so :) Die Schmerzen von diesem Tattoo waren ähnlich wie bei dem ersten, nicht all zu schlimm, da allerdings mehr schwarz tattoowiert wurde und die Schrift dicker war und Schattierungen etc. gemacht wurden, tat es an manchen Stellen mehr weh - aber immer noch aushaltbar.

Da ich schon da war habe ich mir dann am Schlüsselbein noch den Schriftzug "always and forever" stechen lassen. Das war das mit Abstand schmerzhafteste Tattoo - bis jetzt. Da es so nah am Knochen gestochen wurde, waren da die Schmerzen größer. Wenn es noch eine Minute länger gedauert hätte, hätte ich vermutlich abgebrochen, da jeder einzelne Stich schon fast nicht mehr auszuhalten war. Auch dieses Tattoo wurde sehr fein und filigran gestochen. Die Bedeutung dahinter? Dass ich "immer und für immer" bei meinem Partner bleiben werde und ihn lieben werde. Ja, es handelt sich somit um ein Tattoo für meinen Partner. Viele denken jetzt vielleicht "die spinnt ja, lässt sich was stechen für einen Menschen wo sie nicht mal sicher sein kann, dass sie für immer Kontakt haben" Und wisst ihr was? Doch, das weiß ich :) Die die uns kennen wissen, dass ich damit Recht habe - und alle anderen sind mir in dieser Hinsicht auch wieder relativ egal - man muss es nicht gut heißen, man darf sich aber auch kein Urteil erlauben, wenn man sich nicht auskennt. Mehr möchte ich zu diesem Thema auch gar nicht sagen bzw. schreiben.

Nach diesem Tattoo war mal eine Weile lang Schluss mit tätowieren. Immerhin kostet das ja auch Geld und man hat ja nicht andauernd irgendeine Tattooidee die man sofort umsetzen kann, weil man weiß, dass es einen für immer gefällt.

Die letzten 3 kleineren Tattoos sind im Februar 2018 entstanden. Wieder relativ spontan, allerdings mit viel Bedenkzeit bezüglich Größe und Schriftart. Das mein rechter Unterarm auch mal dran glauben muss hätte ich nie gedacht - da musste also was besonderes her. Dieses Mal war ich bei einer Tätowiererin im Bezirk Eferding (Oberösterreich) die ich vorweg gleich mal nicht empfehlen kann. Mich hat dort der Lehrling gestochen (was ich erst zu spät erfahren habe). Dementsprechend sahen die Tattoos leider auch aus. Ich habe mir einen Anker am äußeren unteren Rand (Anfang der Hand) am Unterarm stechen lassen. Genau gegenüber am inneren unteren Rand habe ich mir ein großes "E" stechen lassen und am inneren Unterarm (Anfang Oberarm) habe ich mir mit wieder sehr filigranen Schrift "family" tätowieren lassen.

Nun zu den Bedeutungen: der Anker soll darstellen, dass mein Partner und meine Familie so zu sagen "mein Anker im Leben" sind und sie immer da sind, falls einmal etwas nicht so laufen sollte wie geplant. Das große E ist der Anfangsbuchstabe des Namens von meinem Partner - wie bereits oben geschrieben, ich weiß, dass wir zusammen bleiben werden, ansonsten würde ich solche Tätowierungen niemals machen. Der Schriftzug "family" erklärt sich denke ich einmal von selbst: meine Familie ist das aller wichtigste für mich. Meine Familie war immer & wird auch immer für mich da sein - egal welche Entscheidungen ich in meinem Leben treffe. So etwas zu wissen ist ein unbeschreibliches Gefühl - ich bin unendlich dankbar und froh, so eine tolle, liebenswerte Familie zu haben.

Zu den Schmerzen: diesmal habe ich fast nichts gespürt, womöglich weil diese Tattoos für mich die größten Bedeutungen haben und ich mich so unendlich darauf gefreut habe. Leider wurden sie vom Lehrling des Tattoo Studios am Anfang wirklich nicht schön und auch nicht nach meiner Vorlage gestochen (zumindest der Anker). Somit musste ich ein zweites Mal hin, um nachzustechen und die Fehler auszubessern. Daher wurden alle Tattoos etwas dicker als geplant, man konnte alle aber retten und ich bin froh, auch diese Tattoos zu haben - obwohl ich mir hierzu einen anderen Tätowierer gewünscht hätte. (Habe anfangs nur positives über diese Tätowiererin gelesen und dachte, dass alle zufrieden waren... als ich nach meinen schlechten Erfahrungen dann mal genauer nachfragte stellte sich raus, dass so gut wie keiner zufrieden ist und alle dasselbe erlebt haben wie ich...)

Bei diesen Tattoos musste ich das erste Mal überhaupt nachstechen. Alle anderen Tattoos sind von Anfang an super geworden und die Haut hat die Farbe super angenommen. Somit war das Nachstechen eine neue Erfahrung für mich - und diese war leider sehr schmerzhaft. Solche Schmerzen wie beim Nachstechen hatte ich beim tätowieren noch nie. (Irgendwie auch logisch, wenn man bedenkt, dass man über Narben bzw. noch nicht ganz verheilte Haut sticht und die Wunde neu aufreißt) Die Schmerzen des Nachstechens kann ich schlecht beschreiben, vermutlich so, als hätte man eine offene Wunde und würde da andauernd reinstechen - also wirklich schmerzhaft.

Die Verheilung aller meiner Tattoos war frei von Beschwerden. Am Besten war es bei meinem ersten Tattoo, da ich da eine selbstklebende Folie draufbekommen habe, die man nach ein paar Tagen ablöst und dann die ganzen Rückstände etc. von der Haut und dem Tattoo nicht an der Kleidung oder am Bettbezug hat sondern direkt in der Folie die man dann einfach wegschmeißen kann. Bei den anderen Tattoos habe ich immer eine normale Folie genommen, die man für die Küche benutzt. Diese Folie muss man die erste Nacht drauflassen und dann das Tattoo regelmäßig mit Tattoo Creme (anscheinend soll keine Bepanthen Creme verwendet werden, da diese die Farbe aus der Haut ziehen kann - was sie bei mir allerdings beim zweiten Tattoo nicht gemacht hat, als ich sie verwendet habe) eincremen. Die Verheilung aller meiner Tattoos ging relativ zügig und ohne Komplikationen.

Falls es jemanden interessiert wie meine Familie nun zu den Tattoos steht: meine Mama findet meine Tattoos mittlerweile alle akzeptabel (manche sogar schön - man glaubt es kaum!) und kennt alle Bedeutungen dazu und findet diese ebenfalls völlig in Ordnung. Ich denke, sobald man die Tattoos dann hat, ist es der Familie auch wieder egal - sie möchten einen vorher nur davor schützen, etwas zu machen was man möglicherweise bereuen könnte - wie es sich für eine gute Familie nun mal gehört :)

Falls ihr Fragen bezüglich meiner Tattoos oder meiner Erfahrungen habt zögert nicht mir zu schreiben :)

merci fürs Lesen und bis zum nächsten Mal,

eure Nadine.